gefördert durch die Maßnahme "500 LandInitiativen"


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Projekt: KUNST BEWEGT MENSCHEN

Mit dem geförderten Projekt wollen wir eine Begegnungsstätte in der Gemeinde sein, die sich explizit mit KUNST als integrativer Faktor in der Flüchtlingsbetreuung beschäftigt. Kunst kann vermitteln durch konkretes gemeinsames Handeln und Menschen, die im Alltag nicht oder wenig gemeinsam haben, dazu animieren, sich mit den „Flüchtlingen“ zu beschäftigen. Die Erfahrung zeigt,dass die Integration in dörflich geprägter Struktur, wie sie in Saarwellingen gegeben sind, auch und gerade über die Kunst funktionieren kann.

Das Atelier/Kulturort Mario Andruet ist dafür hervorragend geeignet. Wir freuen uns, dass wir durch die Fördermaßnahme "500 Landinitativen" einen Künstlerischen und Kulturellen Beitrag dazu leisten werden.


Nächte interkulturelle Jamsession Musikworkshop am Sonntag 18.02.2018 ab 15:00 Uhr im Rathauskeller Schlossplatz.1 Herzliche Einladung an alle Musikinteressierte Menschen.




     

     

    Freitag,22.September 2017 18:00 Uhr Bildausstellung von Mario Andruet und geflüchteten Künstlern aus Syrien mit Klanginstalationen von Daniel Osario/Musikandes: Ungerechtigkeit, Unfrieden,Zerstörung der Schöpfung ; Flucht

     

     

    Beitrag zu KUNST TRIFFT KRISE von Waltraud Andruet

     

    Vor knapp 50 Jahren wurde in Niederbronn-les-Bains im Nord Elsass (knappe 100 km von uns) die deutsche Kriegsgräberstätte eingeweiht. Über 15 800 Kriegstote fanden auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe. Erschreckend viele 18-bis 20-jährige liegen dort, die noch kurz vor Kriegsende in die längst schon aussichtslose Schlacht geschickt worden. Neben dem Friedhof schuf der Volksbund 1994 eine Begegnungsstätte für junge Menschen mit dem Ziel, dort deutsch-französische Kontakte zu fördern. Die Hauptakzente liegen auf der aktiven Beteiligung der Schüler am Entdeckungs-und Lernprozess der Geschichte. Ohne Bewusstsein der Geschichte gibt es keinen Frieden. Bei pax christi nennen wir das „Erinnern für die Zukunft“. Das Geschenk der Versöhnung, dass wir Deutschen nach dem Krieg von Franzosen und später auch von Polen erhalten haben, führte 1948 zur Gründung von pax christi auf deutschen Boden. http://www.paxchristi.de/artikel/view/5908741127929856/60 Jahre pax christi
     

     

    Zu dieser „Erinnerung für die Zukunft“  gehört auch das Problem von Kriegsflüchtlingen. Unsere Eltern haben es noch selbst erfahren, was es heißt, auf der Flucht zu sein mit ungewissem Ausgang. Die Mutter von Mario, die in diesem Haus gelebt hat, wurde durch ihre Heirat sogar zur Italienerin. Der Vater von Mario, Eduard, dessen Vater aus Italien stammte, hatte sie im Zweiten Weltkrieg während der Evakuierung (St. Barbara nach Weida) in Weida kennengelernt und kurz danach geheiratet. So wurde sie zur Italienerin ohne die Sprache zu sprechen. Ihr Mann Eduard, der selbst nie in Italien gewesen war und im saarländischen St. Barbara mit sieben Geschwistern aufgewachsen war, sprach ebenfalls kein Italienisch. Er wurde im Zweiten Weltkrieg dennoch zum italienischen Militär eingezogen und musste sich von heute auf morgen zurechtfinden. Seine Frau ist ihm daraufhin sogar zeitweise nach Italien nachgereist.

     

    Eine solche Geschichte macht nachdenklich. Die Probleme von heute sind nicht weit weg von unserem Leben, dem Leben unserer nächsten Verwandten. Deren Erfahrungen fanden erst vor einer Generation statt. Diese Ausstellung hätte sicher die Billigung von Marios Mutter gefunden. Mario Andruet  hat sie mit verschiedenen Künstler/innen gestaltet. Er hat die Werke in verschiedenen Workshops mit Kindern während der Kinderferienaktion, mit SchülerInnen vom Berufsbildungszentrum Merzig und mit dem Erwachsenen Kurs der sich einmal im Monat hier im Atelier trifft, mit viel Freude und Engagement erarbeitet und begleitet.

     

    Sie sehen hier auch Bilder, gemalt von Flüchtlingen, die Kunst als ein Mittel nutzen, Flucht und Migration zu verarbeiten. Sie schaffen es aber auch bereits, sich ihre neue Heimat mit den Mitteln der Kunst zu erschließen. Das gibt uns Hoffnung und macht auch viel Freude mit ihnen zu Arbeiten.

     

    Die Kombination und Vielfalt der Künstler und ihres Schaffens in dieser Zusammenstellung bietet eine kreative abwechslungsreiche Ausstellung.

     

    Hinzu kommen Skulpturen von Cathleen Kelkel, Bilder von M. Kadro und Bildern von Haider der in Nalbach lebt , Künstler, die in Saarland bereits länger präsent sind und die ihre künstlerische Sprache mit einbringen und daneben hängen natürlich auch die Bilder von Mario Andruet.